Energy Sharing
Energy Sharing – Strom teilen mit dem Nachbarn
Seit 1.6.2026 ist Energy Sharing, also die Weitergabe von überschüssigem Strom an Nachbarn, in Deutschland gesetzlich möglich. Grundlage ist Artikel 42c des Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vom 22.12.2025 . Voraussetzung ist, dass es sich um regenerativen Strom z.B. aus Photovoltaikanlagen handelt. In anderen Ländern z.B. Österreich ist es schon länger gängige Praxis, elektrische Energie unmittelbar mit benachbarten Stromverbrauchern zu teilen.
Tatsächlich ist es heute schon oft der Fall, dass private Photovoltaikanlagen auf Hausdächern mittags deutlich mehr Strom produzieren als im Haus gebraucht werden kann. Diesen Überschuss-Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen, ist wirtschaftlich wenig sinnvoll, weil die Einspeisevergütung sehr niedrig ist und im Stromnetz zu diesen Zeitpunkten mehr Strom als nötig zur Verfügung steht. Die Einspeisung hat die Wirkung, dass Strom an Nachbarländer verschenkt wird oder Windräder abgeschaltet werden.
Sinnvoller wäre es, diesen Überschuss-Strom in Batterien zu speichern, was aber nur in begrenztem Umfang möglich ist. Eine andere sinnvolle Möglichkeit ist der Stromverkauf an Nachbarn, die dann z.B. ihr E-Auto damit laden können. Dieser Stromverkauf ist zu einem frei verhandelbaren Preis möglich. Der Verkäufer könnte beispielsweise 20 Cent je kWh berechnen und bekommt damit deutlich mehr als bei der Netzeinspeisung. Der positive Effekt für den Käufer: Er lädt sein Auto mit 20 Cent erheblich billiger als an öffentlichen Ladesäulen, die meist rund 50 Cent verlangen.
Man könnte auch ganz einfach ein Kabel über den Zaun zum Nachbarn legen. Sofern der Strom dort allerdings ins Hausnetz eingespeist werden soll, scheitert dies an technischen und regulatorischen Hürden. Kleine Lösungen, wie z.B. einzelne Stromverbraucher mit Kabelanschluss wie Elektro-Rasenmäher oder ähnliches wären möglich, aber da kommen keine großen Strommengen zustande.
Die deutschen Regeln für Energy Sharing erlauben auch den Verkauf von Strom an Nachbarn über das öffentliche Stromnetz. Dann fallen jedoch Steuern und Netzentgelte an, die den finanziellen Vorteil weitgehend auffressen.
Es bleibt als erfolgversprechender Ansatz die Idee, E-Autos mit dem Strom des Nachbarn zu laden. Eine komplett entwickelte Anwendung dafür mit Reservierungs-, Mess- und Abrechnungssystem hat ein emeritierter IT-Professor der TU München mit seinen Studenten entwickelt. Prof. Rudolf Bayer, der in Gröbenzell wohnt, nennt das System Blockstrom https://www.blockstrom.de/
