Gröbenzell for Future

2021 hat die inzwischen aufgelöste Gruppe „Gröbenzell for Future“ dieses Dokument erarbeitet. Einige wenige Punkte daraus sind inzwischen umgesetzt. Vieles ist nach wie vor aktuell.


Leider ist es nicht mehr fünf vor 12, sondern schon fünf nach 12.

Deshalb hat sich „Gröbenzell for Future“ gegründet und Forderungen für die künftige Gröbenzeller Politik erarbeitet. Auch jeder Einzelne kann etwas dazu tun, um die Klimakatastrophe zu verringern.

Gemeinsam mit Fridays for Future (FFF) stellen wir fest:

Seit der Industrialisierung hat sich die Erde laut dem Weltklimarat IPCC bereits um circa ein Grad Celsius erwärmt. Es bleibt daher wenig Zeit den Klimawandel aufzuhalten, um so zu verhindern, dass die Kipppunkte im Klimasystem überschritten werden. Tun wir das nicht, werden die verursachten Schäden weit höhere Kosten mit sich bringen als alle Investitionen in konkrete Maßnahmen zur Vermeidung der Klimakatastrophe.

Unsere Generation ist die erste, die die Folgen des Klimawandels spürt und gleichzeitig die letzte, die sie eindämmen kann. Darum ist jetzt die Zeit des Handelns gekommen. Für die Politik auf nationaler und internationaler Ebene, genauso aber auch für die Lokalpolitik vor Ort und für jede und jeden Einzelnen von uns.

Unsere Forderungen richten sich deshalb vor allem an die Kommunalparlamente, hier an den Gröbenzeller Gemeinderat:

Wir als „Gröbenzell for Future“ sehen das Pariser Abkommen als Grundlage für effektive Klimaschutzmaßnahmen, die auf internationaler Zusammenarbeit basieren. Wir fordern wie FFF die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5 Grad-Celsius- Zieles.

Das muss für Deutschland bedeuten:

  • Nettonull CO2-Emissionen bis 2035
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2025

Für Bayern heißt es vor allem die 10H – Regel abzuschaffen, für Gröbenzell vor allem einen massiven Ausbau der Photovoltaik. 

Mobilität

  • Vorrang des Fahrrades vor dem Auto im Gemeindeverkehr
  • Sichere, breite und komfortable Radverkehrsanlagen endlich umsetzen
  • Sichere und stressfreie Kreuzungen und Einmündungen (Gewerbegebiet, Olchinger/Freyastraße, Augsburger/Kirchenstraße, Bahnhofstraße Nord vor dem Bahnhof)
  • Bedarfsgerechte, flächendeckende und sichere Fahrradabstellmöglichkeiten
  • Einführung der fünf Mobilitätsstationen bis März 2020
  • Einwirkung auf DHL, UPS und andere Logistiker, Zustellungen mit E-Fahrzeugen oder mit Lastenfahrrädern durchzuführen
  • Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, Ausbau der Kapazitäten 
  • Buslinie 832 auch sonntags und am abends, mittelfristig 20-Minuten-Takt
  • Ruftaxi stärker bewerben
  • 1 Euro Ticket für den MVV (365 Euro Jahresticket)
  • Schaffung autofreier Zonen und Begegnungszonen
  • Kiss and Ride Plätze an der S Bahn
  • 30 km/h Zonen ausweiten und besser überwachen 
  • Wegebeschilderung für Fahrräder verbessern
  • Leihsystem für Lastenräder oder Anhänger (es gibt Förderprogramme für Nachbarschaftsprojekte)
  • Parkraumbewirtschaftung im Zentrum
  • Elektrifizierung von Garagen und Garagenhöfen für E-Fahrzeuge
  • E- Mobilität fördern mit Parkplätzen für E Autos (analog Modellversuch in München)
  • E-Bikes und E-Roller zum Leihen und Kauf fördern
  • mehr Fahrradstraßen
  • Car-Sharing ausbauen
  • Mitfahrgelegenheiten schaffen
  • System Mama Taxi problematisieren

Ortsplanung und Gebäude

  • Schnelle Umsetzung der Ideen und Forderung aus ISEK
  • Fortschreibung des Rahmenplanes von 1980
  • Energieeffizienz der Bestandsgebäude verbessern
  • Einhaltung von höheren Energieeffizienzstandards bei bestehenden Gebäuden der Gemeinde
  • Förderprogramme für energetische Sanierung von Privathäusern ausweiten
  • Photovoltaik und Solarthermieanlagen ausbauen (Gröbenzell hat einen erschreckend niedrigen Anteil an Photovoltaik)
  • Photovoltaik und/oder Solarthermie verpflichtend für gemeindliche Gebäude
  • Förderung von Photovoltaik und/oder Solarthermie bei privaten Gebäuden durch die Gemeinde (Informationskampagne)
  • Konsequente Beschränkung der Flächenversiegelung.
  • Förderung von Dach-/Fassaden- und Freiflächenbegrünung   (Entsiegelungsprogramm)
  • Information zu Steinwüsten („Gärten des Grauens“) 
  • Möglichst autofreie Ortszentrumsplanung 

Kommenergie

  • Die Gemeinde soll Ihren Einfluss nutzen, damit die Kommenergie in die Produktion von Neuanlagen für die Produktion erneuerbaren Energieerzeuger einsteigt.  

Ressourcenverbrauch

  • Erhöhung der Recyclingquoten durch verbesserte Information der Bevölkerung
  • Einwegplastik auf Marktsonntagen und ähnlichen Festen verbieten
  • Erhöhung des Anteils an vegetarischen und veganen Gerichten in allen gemeindlichen Einrichtungen. 
  • 100 % Bio-Essen in den Kindergärten mit regionalen Anbietern
  • Innovative Ideen wie den Klimateller aufgreifen
  • Informationen über regionale Vermarkter
  • Kräuterspirale für alle 
  • Hochbeete an den Bächen anlegen
  • Informationen über Permakultur (eventuell im Pflanzlgarten)
  • Kochkurse für Zero Waste (um die Menge der Lebensmittel zu verringern die weggeschmissen werden)
  • Supermärkte um Reduktion von Plastik bitten, zur Rücknahme zwingen
  • Einen Unverpackt-Laden in Gröbenzell fördern
  • Einkaufskooperationen bilden zum plastikfreien Einkauf
  • Putzmittel  und Waschmittel und Kosmetik selber herstellen
  • Plastikfasten in der Fastenzeit
  • Ortsplan für Bücherbox auch online stellen

Müll

  • Einwirkung auf den AWB: Zero Waste soll belohnt werden (keine Mindest-Abfalltonnengröße)
  • Plogging populär machen (beim Joggen Müllsammeln)
  • Gemeinsames Silvester-Event statt Feuerwerk in Gröbenzell anbieten z.B. mit Getränken 
  • Anleitungen verteilen zur richtigen Mülltrennung (wo sind die Abgabestellen, was soll wohin?)
  • Lebensmittelretter in Gröbenzell analog wie in FFB installieren
  • Holsystem für Gartenabfälle
  • Nachbarschaftshilfe für Mülltransport zum Wertstoffhof

Naturschutz

  • Sonnenäcker anbieten
  • Mehr Natur in Privatgärten, weniger Versiegelung
  • Insektenhotels schaffen
  • Dachbegrünungen, Carportbegrünung, Gewerbebegrünung fördern
  • Öffentliche Obstbaumwiese
  • Regenwasser-/Grundwassernutzung für Gärten
  • Brauchwasser zum Garten gießen
  • Erhalt des Gartenstadtcharakters
  • Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum ersparen PKW-Wege

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